Lesungen


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Am Samstag, 24.05.2014

habe ich zusammen mit meinen Kolleginnen Jutta Profijt und Regina Schleheck im Historischen Saal des Klinikums Nürnberg Nord gelesen und das war wirklich genau der passende Rahmen für uns. So viel versprechend lautete bereits die Ankündigung:

Knast oder Kühlfach
Burnout, Pharmaskandale, Patientenalbträume: Diese drei mörderischen Autoren-Schwestern bohren im Unwesen der Gesundheitsbranche. Im Haus 1 des Klinikums Nürnberg Nord, dem ältesten, Ende des 19. Jahrhundert ans Netz gegangenen Gebäude, das immer noch das Einfallstor ins „Krankenhaus der Maximalversorgung“ ist, wird Adrenalin verabreicht. JUTTA PROFIJT bewegt sich zwischen Knast oder Kühlfach, Altenheimhorror und Schwangerschaftskurs. REGINA SCHLEHECK, für ihre Bücher mehrfach ausgezeichnet, setzt ein One-Hundred-Million-D-Mark-Baby als Mahnmal für Pharma-Gewinnstreben und Totgeburt in die Welt. Für ALICE SPOGIS ist der Burnout einer Journalistin Auslöser für eine düstere Story zwischen Medikamententests und Wundertherapie.

Bei dem absoluten Sommerwetter, das an jenem Wochenende in Nürnberg herrschte, hatten wir es gar nicht zu träumen gewagt, aber es kam trotzdem so: der Saal war komplett ausverkauft und die Resonanz einfach super!

Auszug aus dem Blog von Sara Salamander (www.sarasalamander.de), die auch das Copyright auf die Fotos hat:

“Der Raum war bis zum letzten Platz ausgefüllt mit dem Tisch für die Autoren, den Stühlen für die Zuhörer und einem Verkaufstisch. [...] Schon vor der Veranstaltung merkte man den drei Autorinnen an, dass sie sich kannten und mochten, die Atmosphäre zwischen ihnen war freundschaftlich und versprach eine unterhaltsame und vor allem nette Zeit für die Hörer. [...]

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Als zweite folgte Alice Spogis, die aus ihrem Krimi BURNOUT las. Sie las ab dem Prolog, der bereits ziemlich drastisch beginnt und den Leser sofort packt. Ein Suizidversuch, nicht gerade zimperlich beschrieben. Die ruhige, dunkle Stimme und der nüchterne Vortrag passten sehr gut zu der gelesenen Szene, wirkten erschreckend. Dann ging es weiter, als die Protagonistin an der Rezeption der Klinik steht und einigen weiteren Figuren begegnet. Alice hat ein Talent, die Figuren so lebendig zu beschreiben, als kennt man sie persönlich. In wenigen Worten skizziert sie die Menschen um sich herum.
20140524_lesung5 Sara Salamander
Ihr Vortrag selbst ist weniger eine Lesung als vielmehr ein freier Vortrag, bei dem sie die Zuhörer ansieht. Sie gestikuliert wild, führt die Bewegungen der Charaktere aus, verstellt ihre Stimme, ändert Klang, Farbe und Melodie ihrer Sätze. Es war ein Schauspiel, eine One-Woman-Show, facettenreich und bunt. [...]
Ach, die drei waren wirklich super, der Eintritt jeden Cent wert und die Zeit viel zu schnell vorbei.”
Herzlichen Dank, liebe Sara! Wir hatten ebenfalls große Freude daran.

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14.-16. März 2014 – 4 Lesungen an einem Wochenende – Als “Autorin zum Anfassen” im Krimihotel in Hillesheim/Eifel

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Schon ein bisschen zweideutig das Motto, welches das Krimihotel in “Deutschlands Krimihauptstadt Hillesheim” sich da auf die Fahnen geschrieben hat, :-) . Aber, um jedem Missverständnis gleich vorzubeugen: Es bedeutet “nur”, dass das Krimihotel für seine Gäste jeden Monat an bestimmten Wochenenden eine(n) Krimiautor(in) aus dem SYNDIKAT eingeladen hat. Diese(r) wohnt ebenfalls im Hotel und verwöhnt die geneigten ZuhörerInnen zwischen den Mahlzeiten mit einigen Krimi-Leckerbissen aus der eigenen Feder. Gemütliches Beisammensitzen und anschließendes Löcher-in-den-Bauch-fragen inklusive. Sehr schöne Sache, das. Und lecker auch.

Mit einem “Blutrausch”-Empfang gings am Freitagabend los: Nach einem köstlichen 3-Gang-Menü wurde ich den Gästen bei einem Sekt mit besonderer Zutat vorgestellt und beglückte sie mit einer ersten Lesung zur Nacht.

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Kaum war am nächsten Morgen das Frühstück geschafft, ging es nach draußen in den Regen zur Krimiwanderung durch Hillesheim, das selbst ernannte Zentrum des Verbrechens. Unsere Führerin Hella Blick war nicht nur grandios informiert, sondern auch gnadenlos. Sie prüfte auf Herz und Nieren, ob wir ihr auch aufmerksam zugehört hatten und bestrafte Schummeleien mit einem Pistolenstempel im Gesicht. Manche hatten drei davon und lang nicht mehr so viel gelacht …

Zum Glück konnten wir uns ins Kriminalhaus flüchten und das wohl größte deutsche Krimiarchiv bewundern. Nicht zu vergessen die selbstgebackenen Torten im dazugehörigen Café Sherlock.

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Okay, als dann anschließend der 5 o’clock tea im Krimihotel auf dem Programm stand, war ich schon ziemlich am Rande der zulässigen Füllmenge angelangt. Aber zum Glück durfte ich ja lesen, da konnte ich bei den Scones nicht zu arg zuschlagen, :-) .

 

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Ab 19 Uhr wartete dann das 4-Gänge-Menü auf uns tapfere Recken, das ich in den Pausen wiederum mit spannenden Abschnitten aus “Burnout” garnierte. Und obwohl das noch köstlicher war, musste ich zwei Gänge auslassen und mich hinterher mit brennendem Klostergeist über die Nacht retten. Den anderen erging es ähnlich und was soll ich sagen, die Nacht wurde lang und fröhlich. Meine Gäste waren einfach wunderbar.

 

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Selbst am Sonntagmorgen blieben sie mir nach dem Frühstück fast vollzählig erhalten und lauschten mir ein letztes Mal.

Ich habe ausschließlich aus “Burnout” gelesen und durfte mich zum Abschied über nahezu einstimmig positive Reaktionen freuen. Selbst ein Gästehund, der auf Kommando begeistert die perfekte Leiche mimte, belohnte mich mit freudigem Bellen.

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Fazit: Ein Besuch im Krimihotel ist ein MUSS für alle echten Krimifans, die außer liebevoll gestalteten Mottozimmern und -suiten jede Menge schöne Krimi-Arrangements buchen können.

Krimihotel

Apropos: Hillesheim ist schon wegen seiner beeindruckenden Burgreste und seines einmaligen Kriminalhauses mit riesiegem Krimiarchiv und dem unvergleichlichen Café Sherlock absolut sehenswert.

Kriminalhaus

 

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Benefizlesung unserer SYNDIKATS-Gruppe zum Krimitag am 8. Dezember 2013 in Münster

Seit drei Jahren findet am 8. Dezember der internationale Krimitag statt. Den hat die Autorenvereinigung “DAS SYNDIKAT” zu Ehren des Krimischriftstellers Friedrich Glauser ins Leben gerufen, dessen Tod sich an jenem Tag zum 75. Male jährt. An diesem Tag lesen die Autorinnen und Autoren der Regionalgruppen in zig Städten nahezu gleichzeitig für einen guten Zweck. Denn alles, was sie dabei einnehmen, wird gespendet.

Mehr zum Krimitag hier

 

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Unsere Gruppe hatte eine Lesung mit musikalischer Begleitung auf die Beine gestellt und war höchst freudig überrascht, als die Alexianer Waschküche am Münsteraner Hauptbahnhof, dem Schauplatz des Geschehens, um kurz vor 16 Uhr am zweiten Adventssonntag praktisch aus allen Nähten platzte. Knapp 100 gespannte Gäste waren unserer Einladung gefolgt und ließen sich bei Kerzenschein und Kuchen mit einer Mischung aus mörderisch gut abgewandelten Weihnachtsliedern und zur Jahreszeit passenden Kurzkrimis auf das Fest einstimmen. Gelesen haben Katrin Jäger, Christiane Nitsche, Gisa Pauly, Heinrich-Stefan Noelke, Anne Kuhlmeyer und meine Wenigkeit. Jürgen Kehrer hat ebenso munter wie humorvoll moderiert, während Sandra Lüpkes und Heinrich-Stefan Noelke die Zuhörer zwischendurch immer wieder gekonnt mit Bass und singender Säge aufgemischt haben.

Die dabei zusammengetragenen Eintrittsgelder nebst einer Bücherspende haben wir der Christophorus Klinik in Amelsbüren zugute kommen lassen. Damit wollen wir den Aufbau einer Bibliothek unterstützen und die Bildung der Patienten fördern, von denen viele das Alphabet wegen ihrer starken Intelligenzminderung erst mühsam erlernen müssen. Diese verdanken sie übrigens nicht selten den schweren Misshandlungen, denen sie in ihren eigenen Familien ausgesetzt waren. Manche kamen durch die Suchtkrankheit ihrer Mütter schon mit einer Alkoholabhängigkeit auf die Welt.

Fotos zum Krimitag

(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Christiane Nitsche und Guido Schräder, bei denen das Urheberrecht liegt.)

Stellvertretend für alle an der Benefizveranstaltung beteiligten Autorinnen und Autoren besuchten Sandra Lüpkes und ich dann eine Woche vor Heiligabend die Christophorus Klinik und übergaben unsere Spende an den Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Dieter Seifert und Renko Janßen, den Pflegedirektor der Klinik: Immerhin 400,- Euro waren an Eintrittsgeldern zusammengekommen. Dazu gab es ein Paket handsignierter eigener Werke als kleines Weihnachts-Extra.

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Das Foto zeigt, von links nach rechts:

Renko Janßen, Alice Spogis, Sandra Lüpkes, Prof. Dr. Dieter Seifert

(Das Urheberrecht für das Foto liegt bei Carmen Echelmeyer, verantwortlich für die Unternehmenskommunikation der Christophorus Klinik. Sie hat die Genehmigung zur Veröffentlichung erteilt.)

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„BURNOUT” – Premierenlesung auf der Frankfurter Buchmesse

Sie fragen sich, wie es einer Autorin ergeht, der die erste eigene Lesung bevorsteht? Die zudem auf der weltweit größten Buchmesse in Frankfurt mit  knapp 300 000 Besuchern stattfindet und sich gegen mindestens 3.600 andere Events behaupten soll?

Schrecklich!

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Als ich am Samstag kurz vor Mittag am Sutton Verlag auflaufe, liegen ganze zwei Stunden Schlaf hinter mir und das ist wahrscheinlich noch übertrieben. Meine Autorenfreundin Nadine Buranaseda wartet dort bereits auf mich. Selbst weit erfahrener im Vorlesen der eigenen Werke baut sie mich auf wie einen Boxer, der gleich in den Ring steigt. So in etwa fühle ich mich auch.

Sie und mein liebster Lebensmensch finden Plätze mit bester Sicht auf die weiße Couch am Stand, auf der mir gleich das Stündchen schlägt. Gut 20 neugierige, kritische und abwartende Blicke sind bereits auf mich gerichtet. Jeder der runden Tische, die wie in einem Café um die kleine Bühne angeordnet sind, ist besetzt.

Ich bin begeistert und mein Körper will nur raus aus dem hellen Scheinwerferlicht. Mir ist, als hätte ich Fieber. Ein freundlicher Techniker richtet mir das Mikro aus und die Moderatorin vom Sutton Marketing kündigt mich an. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Meine Hände zittern, als wollten sie Strom ablassen, doch die Überspannung weicht nicht, da kann ich mich noch so sehr an meinem Buch festhalten wie ich will.

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Also gut. Da die „Augen zu und durch“-Taktik in dieser Situation nicht ratsam ist, lese ich los. Anfangs noch schüchtern, aber dann komme ich in Fahrt. So sehr, dass ich fast eine Szene überspringe, was ich aber in letzter Sekunde noch merke. Ich muss über mich selbst lachen, korrigiere mich und erlebe die Atmosphäre danach etwas gelöster. Manche Zuhörer schauen mich direkt an, andere sehen konzentriert weg, vielleicht, um mir Raum zu geben. Nur eine Frau verlässt das Auditorium, direkt beim Prolog. Sie wirkt getroffen.

Ich bin so konzentriert, dass ich es nur am Rande bemerke, denn der Geräuschpegel, gegen den ich antreten muss, ist unbeschreiblich. Keine Ahnung, wie viele Menschen sich gerade durch die Gänge der brutto knapp 20.000 Quadratmeter großen Halle 3.1 schieben, aber dem Lärm nach müssen es Legionen sein. Damit nicht genug, schallen von den Nachbarständen die ebenfalls verstärkten Stimmen anderer Autoren oder Interviewpartner herüber. Zu meinem Erstaunen gelingt es mir meistens, all das auszublenden.

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Aber ich bekomme mit, wie sich am Stand eine Traube von Menschen bildet, die zum Finale hin, wo es richtig spannend wird, stehen geblieben sind und mir gebannt lauschen. Was für eine Freude!

Und dann, mit einem Mal, ist es auch schon vorbei. Meine 30 Minuten sind um. Ich bedanke mich bei meiner Zuhörerschaft, genieße das Klatschen und stehe schon wenig später vor der Bücherwand, um frisch erworbene „BURNOUT“-Exemplare zu signieren. Meine Hände zittern noch immer, aber es klappt trotzdem und ich werde langsam wieder ruhiger. Nur der kleine Derwisch in mir tanzt noch eine ganze Weile weiter und ruft berauscht: Noch mal!

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