Hintergrund zu “BURNOUT”


 

Woher kam dir die Idee zu „BURNOUT“?

Dazu haben mich gleich mehrere Menschen in meinem Umfeld inspiriert, die, bevor sie dem um sich greifenden Phänomen des Burnout-Syndroms zum Opfer gefallen sind, wacker im Leben standen. Vielleicht zu wacker. An ihren mitunter recht mühsamen Versuchen, sich wieder aufzurappeln, ließen sie mich teilhaben. Das veranlasste mich dazu, mich in das Thema zu vertiefen und mir die Fragen zu stellen: Wäre es nicht prima, wenn man ihnen helfen könnte, schneller wieder auf die Füße zu kommen oder das Ausbrennen schon im Vorfeld zu vermeiden? Aber was wäre, wenn sich der vermeintliche Schutzraum Rehaklinik durch das eingesetzte Heilmittel und menschliches Versagen in einen Ort des Verbrechens verwandeln würde?

 

Hast du eine besondere Beziehung zu Juist?

Schauplatz sollte auf jeden Fall eine kleine Nordseeinsel sein, auf der ich einen eigenen Mikrokosmos erschaffen konnte, in dem die Klinik als Enklave für die Aussichtslosigkeit der Protagonisten steht, der bedrohlichen Situation schnell entkommen zu können. Dafür habe ich Juist gewählt, weil dessen Struktur zu meinem Vorhaben passte und ich die Insel von mehreren Aufenthalten her kenne.

 

 

Warst du denn selbst schon mal in einer solchen Klinik oder woher weißt du, wie es da abläuft?

Glücklicherweise habe ich eine sehr rege Fantasie, ein gutes Vorstellungsvermögen und viel Spaß daran, Dinge, die nicht in meinem eigenen Erfahrungsschatz vorrätig sind, zu recherchieren. Meine Zeiten als Juristin und Journalistin waren dafür sehr hilfreich, denn da sorgt die hartnäckige Spürnase ebenfalls fürs tägliche Brot. In jenen Jahren habe ich gelernt, dass es nicht nötig ist, alles zu wissen. Viel entscheidender ist, dass ich weiß, wo etwas steht bzw. wen ich fragen kann. So muss ich praktischerweise nicht alles, worüber ich schreibe, selbst eins zu eins erlebt haben. Die ganzen KrimiautorInnen müssen ja auch nicht gemordet haben, um darüber schreiben zu können.

 

Wie lange hast du denn an „BURNOUT“ gesessen?

Von der Ideenentwicklung über die Recherche bis hin zum Schreiben und mehrfachen Überarbeiten gut und gerne anderthalb Jahre. Bis zur Veröffentlichung hat es dann noch einmal so lange gedauert.

 

Warum das?

Generell braucht ein Buch einen gewissen Vorlauf, da die Verlage ja in der Regel schon eine Programmplanung für die nächste Zeit stehen haben, wenn man als Debütautorin mit seinem Manuskript daher kommt. Das ist ja nicht so, als hätten die nur auf einen gewartet. Bevor ich auf die Verlage losgegangen bin, habe ich mir aber ohnehin erst einmal eine gute Agentin gesucht.

 

 

Geht das so einfach und würdest du das anderen AutorInnen ebenfalls empfehlen?

Ich schätze mal, es ist mindestens so schwer, wie einen Verlag zu finden, der einen unter Vertrag nimmt. Das Bewerbungsprocedere ist auch ähnlich, wobei da natürlich jede Agentur ihre eigenen Vorlieben hat. Da sollte man sich vorab schon gut informieren. Ob es für alle empfehlenswert ist, weiß ich nicht. Für mich war wichtig, dass ich eine Sparringspartnerin an meiner Seite haben wollte, die sich gut in der Branche auskennt, damit ich mich rein aufs Schreiben konzentrieren kann. Für die Literaturagentur Lesen&Hören habe ich mich entschieden, weil meine Agentin Anna Mechler von Anfang an überzeugt war, dass „BURNOUT“ eine Chance hat. Und weil die Chemie sofort stimmte.

 

Wird es von „BURNOUT“ eine Fortsetzung geben? Oder zumindest weitere Bücher mit den Hauptfiguren?

Habe ich bislang nicht geplant, weil ich finde, dass Seriencharaktere momentan ein bisschen arg überstrapaziert sind. Persönlich entdecke ich lieber immer wieder Neues, auch wenn ich zugeben muss, dass ich manchmal fürchterlich darunter leide, wenn ein Buch ausgelesen ist und mir die Protagonisten ans Herz gewachsen sind. Also, wer weiß? Schauen wir mal, was die Leserinnen und Leser dazu sagen.

 

 

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